Thema · Orderbuch und Matching
Orderbuch und Matching: Grundbegriffe, wenn Menschen Aktien handeln
Wer verstehen möchte, wie Menschen an einer Börse Aktien handeln, beginnt beim Orderbuch. Dort treffen Kauf- und Verkaufsaufträge aufeinander und werden nach klaren Regeln zusammengeführt — dieser Vorgang heißt Matching. Diese Sammlung erklärt sechs Grundbegriffe: das Orderbuch selbst, die beiden wichtigsten Auftragsarten Limit-Order und Market-Order, die Auktion als besondere Handelsphase, die Rolle des Market-Makers sowie Best Bid und Best Offer als beste verfügbare Preise. Jeder Eintrag beschreibt die Mechanik neutral, ohne Handelsempfehlung.
- Auftragsbuch
- Auftragsarten
- Auktion
- Preisfindung
- A01 Orderbuch #
- Das Orderbuch ist das elektronische Verzeichnis aller offenen Kauf- und Verkaufsaufträge für ein einzelnes Wertpapier. Auf der Kaufseite stehen die Gebote, auf der Verkaufsseite die Angebote, jeweils geordnet nach Preis und Eingangszeit. Dadurch wird sichtbar, zu welchen Limits Marktteilnehmer bereit sind zu handeln und wie viel Volumen dahintersteht. Das Handelssystem gleicht neue Aufträge fortlaufend mit dem Orderbuch ab und führt sie zusammen, sobald sich passende Preise gegenüberstehen. Das Orderbuch ist damit die zentrale Grundlage jeder Preisbildung im fortlaufenden Handel.
- A02 Limit-Order #
- Eine Limit-Order ist ein Auftrag mit einer festgelegten Preisgrenze. Beim Kauf gibt der Auftraggeber einen Höchstpreis an, beim Verkauf einen Mindestpreis. Ausgeführt wird die Order nur zu diesem Limit oder zu einem für den Auftraggeber günstigeren Preis. Findet sich kein passender Gegenauftrag, bleibt die Limit-Order im Orderbuch stehen und wartet auf Ausführung. Sie bietet Preissicherheit, weil der schlechteste akzeptierte Preis feststeht, gibt aber keine Gewähr, dass die Order überhaupt oder vollständig zustande kommt.
- A03 Market-Order #
- Eine Market-Order ist ein Auftrag ohne Preisgrenze. Sie wird sofort zum jeweils besten verfügbaren Gegenpreis im Orderbuch ausgeführt. Im Vordergrund steht die Geschwindigkeit und die Wahrscheinlichkeit einer Ausführung, nicht ein bestimmter Preis. Der tatsächlich erzielte Kurs hängt von der aktuellen Lage im Orderbuch ab und kann bei geringer Liquidität deutlich vom zuletzt gesehenen Kurs abweichen. Reicht das Volumen auf der besten Preisstufe nicht aus, wird die Order über mehrere Stufen hinweg zu unterschiedlichen Preisen bedient.
- A04 Auktion #
- Eine Auktion ist eine Handelsphase, in der eingehende Aufträge zunächst gesammelt und nicht sofort ausgeführt werden. Am Ende der Sammelphase ermittelt das Handelssystem einen einzigen Preis, zu dem das größte handelbare Volumen zustande kommt, und führt zu diesem Preis möglichst viele Aufträge zusammen. Typisch sind die Eröffnungs- und die Schlussauktion sowie Auktionen nach einer Unterbrechung. Auktionen bündeln verstreute Liquidität an einem Zeitpunkt und schaffen so einen gemeinsamen, nachvollziehbaren Referenzpreis für alle Beteiligten.
- A05 Market-Maker #
- Ein Market-Maker ist ein Marktteilnehmer, der sich verpflichtet, fortlaufend verbindliche Kauf- und Verkaufskurse für ein Wertpapier zu stellen. Er ist damit auf beiden Seiten des Orderbuchs präsent und sorgt dafür, dass jederzeit ein handelbarer Preis vorhanden ist. Besonders in weniger liquiden Werten erhöht diese Rolle die Handelbarkeit, weil ein Gegenüber bereitsteht, auch wenn gerade keine anderen Aufträge vorliegen. Der Market-Maker verdient an der Spanne zwischen seinem Kauf- und seinem Verkaufskurs und trägt zugleich das Risiko der übernommenen Bestände.
- A06 Best Bid / Best Offer #
- Best Bid und Best Offer bezeichnen die beiden besten Preise im Orderbuch: Der Best Bid ist der höchste Preis, zu dem aktuell jemand kaufen möchte, der Best Offer der niedrigste Preis, zu dem jemand verkaufen möchte. Zusammen markieren sie die engste sofort verfügbare Preisspanne, innerhalb derer ein Handel zustande kommen kann. Neue Aufträge werden zuerst gegen diese besten Preisstufen ausgeführt. Aus dem Abstand zwischen Best Bid und Best Offer ergibt sich die Geld-Brief-Spanne, ein wichtiger Anhaltspunkt für die Handelbarkeit.